Libretto: Ritam i Zvuk
(Rhytmus und Klang)



Der Film von Tracje Popov zeigt mit dichterischer Leidenschaft die Schönheit der mazedonischen Folklore, während er zugleich unauffällig der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien huldigt.
Tracje Popov (1923 – 2007) dreht in Mazedonien, Griechenland, Albanien und Bulgarien zahlreiche Geschichten mit Dokumentarfilmcharakter. Er hat in Mazedonien seinen Lieblingsort des Schaffens gefunden, wo er mehr als 100 Filme gedreht hat, die ihm viele jugoslawische Auszeichnungen im Laufe seiner Karriere gebracht haben – u. a. die Preise „11. Oktober“ und „13. November“.
Nach dem 2. Weltkrieg wird Vardar-Mazedonien zu einer Teilrepublik der neuen Föderativen Volksrepublik Jugoslawien. Obwohl unter kommunistischer Kontrolle, kann das jedoch autonome Regime des Jugoslawischen Mazedoniens zum ersten Mal in seiner Geschichte seine mazedonische Identität pflegen. Zumal es auch ägäische Völker Mazedoniens aufnimmt, die nach dem Bürgerkrieg zwischen 1945 und 1948 aus Griechenland geflüchtet sind.
Dieser Film lässt sich in diesem Sinne einordnen. Er strömt eine große Nostalgie aus (die Traditionen, das wertvolle Gleichgewicht der Gemeinschaft), aber auch der wahre Enthusiasmus für die sozialistische Brüderlichkeit.
„Diese Tänze sind ein Relikt aus der Vergangenheit“, erfreut sich die Off-Stimme, während die Kameraeinstellung auf dem „Radtanz“ verweilt, welcher Abschiedszeremonien vorbehalten ist. „Die Männer führten diesen Tanz zu jenen Zeiten auf, als sie ihr Dorf verließen, um in weiter Ferne Brot zu holen. Doch all dies gehört der Vergangenheit dieses Volkes an“. Der Tanz wird genau an dieser Stelle durch einen Festumzug unterbrochen. Dem Umzug voran werden zwei Fahnen geschwenkt. Die erste ist rot, die zweite trägt die Farben Jugoslawiens. In einer x-ten Farandole, bei der sich Frauen und Männer schließlich vermengen, tanzen sie gemeinsam einer glorreichen Zukunft entgegen.
Es ist wahrhaftige Poesie, die aus dem Werk von Popov strömt. Seine Neigung zum hochtrabenden Ton wird mehrere Generationen mazedonischer Filmemacher prägen. Ritam i Zvuk ist mehr als nur ein einfacher ethnographischer Film. Er beweihräuchert den Stoizismus und die Tugendhaftigkeit, die treibende Kraft der Tänze und des Lebens in der Gemeinschaft. Er klingt wie eine Laudatio über das mazedonische Volk, dessen Andenken getanzt wird.










