Libretto: Der magische Gürtel




Der Film ist eine echte Reportage über die Mittelmeerblockade im Ersten Weltkrieg. Er zeigt jedoch die scheinbar heiteren Seiten einer Seeschlacht. Auf dem Wasser schaffen es nur wenige Frachtschiffe dem U 35 standzuhalten. Der Einsatzbefehl des deutschen U-Bootes lautet alle Handelsschiffe auf dem Mittelmeer abzufangen und zu versenken. In der Regel lässt es der Mannschaft des Feindbootes gerade mal Zeit, sich aus dem Staub zu machen.
Der Kommandant Lothar von Arnauld de la Périère (1874-1941) übernimmt von Januar 1916 bis März 1918 das Kommando über das U 35, danach wird er einem anderen U-Boot zugeteilt. Mit seiner 35 Mann starken Truppe zerstört er in drei Jahren 194 Gebäude. Eine, verglichen mit allen anderen Kriegen, unübertroffene „Trophäensammlung“, die ihm die höchste militärische Auszeichnung einbringt (den Orden Pour le Mérite)! Bei Kriegsende hat das U 35 insgesamt 224 Schiffe versenkt. Nicht ganz unzufrieden mit seinen Heldentaten, nimmt er eine Kamera mit an Bord.
Der englische Titel, The Enchanted Circle, klingt überraschend für einen Kriegsfilm. Er leitet sich aus einer ziemlich freien Übersetzung eines Ausdrucks von Winston Churchill (1874-1965) ab. Churchill war der Ansicht, dass innerhalb eines eingegrenzten Kreises böse Mächte, die stärker sind als die Menschen selbst, walten und über ihr Schicksal bestimmen (das Bild der Dornenhecke, die sich in Dornröschen vor dem Prinzen aufbäumt, im Hinterkopf). Der deutsche Titel Der magische Gürtel ist eine freie Übersetzung von Churchills Begriff enchanted circle und weckt ganz andere Assoziationen: die eines verzauberten Talismans, der die Kraft desjenigen, der ihn trägt, vervielfacht. Obwohl für das deutsche Publikum bestimmt, wurde dieser Film auch im gegnerischen Lager vorgeführt.
Nach dem Krieg wird er in Frankreich, Großbritannien und den USA in einer fast unveränderten Version ausgestrahlt. Nur die Zwischentitel prangern die Angriffe des U 35 als Akte der Piraterie an.
Der Magische Gürtel konnte wieder zusammengefügt und restauriert werden, indem die gesammelten Elemente aus den diversen Filmarchiven kombiniert wurden. Die heutige Fassung kommt dem Original sehr nah, und ist ebenfalls vollständiger, als alle anderen existierenden Versionen. Der endgültigen Fassung wurden, als Effekt, die Nuancen und Töne von dem existierenden Nitratträger verliehen. Die Filmmusik wurde im Jahre 2000 von Ian Lynn komponiert und unterstreicht eindrucksvoll diese bisher unveröffentlichten Bilder.










