Libretto: Der Einbruch

Produktionsjahr: 1920
Erinnerung einiger Schandtaten

Dieser Film, dessen Autor unbekannt ist, wirbt für eine der bekanntesten Berliner Tageszeitungen: den Berliner Lokal-Anzeiger, die zu jener Zeit in einige Schandtaten verwickelt war.

 

In dieser Geschichte wird sicherlich mit einem Augenzwinkern der Einbruchsvorfall, der den B.L.A geprägt hat, thematisiert. Während der Spartakus-Revolution von 1918 wird das Betriebsgelände der Zeitung von Militanten besetzt. Die sich im Druck befindliche Auflage wird beschlagnahmt. Die Militanten können nur noch die Seite Eins und den Herausgabetitel abändern und in Die Rote Fahne umbenennen. Die konservative Zeitung erscheint also mit den folgenden Forderungen: Entwaffnung der Polizei, Bewaffnung des Volkes, Auflösung des Parlaments zugunsten der Arbeiter- und Soldatenräte.

 

August Scherl gründet den konservativen Berliner Lokal Anzeiger im Jahre 1883. Er wird das Zugpferd der Gesellschaft Scherl-Verlag. Sein Expandieren ist das Thema zweier von der DMB (Deutsche Mutoskop-und Biograph GmbH) produzierten Stummfilme von 1908 bis 1910. Am Vorabend des Krieges besteht das Scherl Imperium aus zehn Titeln, die sich zum Großteil aus der Werbung finanzieren. Scherl investiert ebenfalls ins Theater, in die Herausgabe von Touristenführern und in ein Lotterie System. Er geht zu große Risiken ein und macht Verluste. Seine Firmengruppe muss er an den Deutschen Verlagsverein verkaufen.

 

Der Krieg beschleunigt die Konzentrierungsprozesse der Zeitungen. Die preußische Regierung sucht einen Nachfolger für die Scherl-Gruppe. Damit soll ihre Einverleibung durch die zwei Berliner Konkurrenten Mosse und Ullstein verhindert werden.

 

Hugenbergs Imperium

Der Monarchist Alfred Hugenberg, Vorstandsvorsitzender der Metallgesellschaft Krupp AG, wird 1918 mit der Leitung der Gruppe betraut. In jenen Zeiten verbünden sich die Medien mit Geldgebern aus der Schwermetall- und Rüstungsindustrie (Zweige, die aus dem Krieg Profit ziehen).

 

Hugenbergs Imperium floriert sehr schnell, denn er hat seine Distributionsketten verstärkt. Er gründet eine Presseagentur und übernimmt die Vereinigung der Telegrafen. Die Gesellschaft ist bestrebt Informationen so schnell wie möglich in ihrer lokalen und nationalen Presse preiszugeben.

 

Finanziert wird sie durch eine Tochtergesellschaft, die Allgemeine Anzeigen GmbH, die das Monopol für Werbeanzeigen besitzt. Als einfache Berliner Lokalzeitung profitiert der B.L.A auf diese Weise von der Möglichkeit der Werbefilme, welche die Schnelligkeit des Hugenbergs Systems anpreisen.

 

Der Unternehmer greift schließlich auch 1927 zu und verleibt sich die prestigereiche Produktionsgesellschaft Ufa (Universum-Film-AG), Produzentin von Murnau und Fritz Lang, ein. Ab 1927 benutzt er den Glanz der Filmindustrie als Stütze für seine Unternehmen. Die Ufa ist spezialisiert auf Animationen, Nachrichtenfilme und den Filmverleih. Hugenberg geht schließlich zum Nationalsozialismus über und stellt sein Imperium der Nazipropaganda zur Verfügung.

 

Die Deutsche Kinemathek besitzt von diesem Film ein Farbpositiv. Der Abzug wurde mit Hilfe des Bundesarchiv-Filmarchivs anhand einer Nitratkopie gemacht.

 

Die Originalmusik dieses Films wurde von Aidje Tafial 2008 komponiert. 

Die Sammlung



Sehenswertes... droite gauche

Über den Film L'épée du spirite - Europa Film Treasures 1910 - Französisch
Über den Film Once Upon a Tram - Europa Film Treasures 1958 - Irisch
Über den Film A la conquête du pôle - Europa Film Treasures 1912 - Französisch
Über den Film Prica Jednog Dana - Europa Film Treasures 1941 - Serbisch
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