Libretto: Das Sandbad



Saturn Films ist die allererste österreichische Filmproduktionsgesellschaft. Sie widmet sich ausschließlich den harmlos schlüpfrigen Filmen. Johann Schwarzer, ihr Gründer, hat liebt es Filmstil und Drehort zu variieren.
Dieser Film gehört zu einer Filmreihe, die „Natur-Szenen“ genannt wurde, da sie draußen im Freien gedreht wurden. In einem Katalog findet sich die Spur von etwa hundert solcher Produktionen, die heute verschwunden sind. Kleinformatig, jedoch mit aufreizender Zusammenfassung, ermöglichte der Katalog den Versandhandel.
Für den Film Jugendspiele wird im Katalog beispielsweise erwähnt, dass drei junge Frauen im „Evakostüm“ sich diversen Spielen hingeben: Cricket, Reifenspiel und Springschnur. Ein Foto dient der Textillustration.
Bei Saturn sind die ausgezogenen Protagonisten immer weiblichen Geschlechts. Dem Ausziehen dient manchmal ein Thema als Vorwand. Dieses Thema kann exotisch sein, wie in Sklavenraub, oder gar mythologischer Natur: Diana im Bade, Amazonen, Faunen und Nixen
Zwischen 1906 und 1911 floriert die Firma Saturn. Doch nach fünf Jahren Geschäftstätigkeit, verlangen die wiener Behörden ihre Auflösung wegen Sittenwidrigkeit. Die Filme werden von der Sittenpolizei mit der Axt zerstört. Den Versandkatalogen und Kopien ergeht es nicht anders.
Heute gibt es noch 52 Saturn Filme, die größtenteils aus der Sammlung des Berliners Albert Fidelius stammen. Liebhaber des Genres ist es gelungen, einige Kopien vor den Klauen der österreichischen Zensur zu retten. Albert Fidelius, Sohn eines deutschen Verleihers, fängt 1933 an primitive Filme zu sammeln. Die Sammlung wird in den Jahren 1950 von Gerhard Lamprecht, dem berühmten deutschen Filmemacher, aufgekauft. Einige Jahre später gründet er die Stiftung Deutsche Kinemathek.
In den 1990er Jahren wurden Original Nitratelemente (hauptsächlich die Negative) dem Filmarchiv Austria anvertraut, wo sie fachgerecht restauriert werden.










