Libretto: Zavod Rybnykh Konservov v Astrakhani
(Fischkonservenfabrik Astrachan)



Im Februar 1908 startet Pathé eine Sammlung von zweiundzwanzig Kurzfilmen mit dem Titel Das malerische Russland. Die Moskauer Filiale der französischen Firma reagiert damit auf die steigende Nachfrage des russischen Publikums.
Die französische Firma Pathé besitzt in jener Zeit ein weites Vertriebsnetz und verfügt seit 1902 über ein kleines Studio in Moskau, welches vor allem für Dokumentarfilme genutzt wird. Die Studios Drankov und Khanzhonkov beginnen ab 1907 mit der schnellen Entwicklung eines Marktes für den russischen Film. Die neuen Produktionsfirmen bedienen sich der großen russischen Autoren wie Gogol und Puschkin, die eine unerschöpfliche Inspirationsquelle darstellen. Alexandre Drankov schreibt zu Kniaz' Serebrianyi das Drehbuch, es entspringt einer Novelle von Tolstoï. Pathé nimmt diese neue Konkurrenz sehr ernst und überbietet sie schnellstens mit seiner malerischen Sammlung und einigen Kurzfilmen, die sich aus dem russischen Repertoire inspirieren.
Die Filiale stellt auch Landsleute als Regisseure ein. Im Jahre 1909 vertreibt sie den ersten handkolorierten Film unter der Regie von Vasilij Goncharov, der sich von dem russischen Volkslied Der Fröhliche Händler (Ukhar'-kupets) inspiriert. Gontcharov setzt im selben Jahr die Kosakenlegende Mazepa (auf dieser Website zu sehen) für den Russen Khanzhonkov in Bilder um.
Der Name des Khanzhonkov Imperiums ist eng mit dieser bewegten Zeit verbunden. Doch am Vorabend des Ersten Weltkriegs stammen 90 % der in Russland projizierten Filme noch aus westlichen Produktionen. Nach Ausbruch des Krieges muss Pathé seine Moskauer Filiale umstrukturieren. Zunächst schließt Pathé das Studio, um dann I. N. Ermol'ev zu gründen, eine russische Firma unter den Fittichen von Josef Ermoliev, der sich alsbald den Spielfilmen mit erstklassigen Schauspielern und Regisseuren widmet.
In Kriegszeiten gibt der Markt für Dokumentar- und Nachrichtenfilme nicht mehr viel her. Er fällt in die Angelegenheiten des Regierungskomitees Skobelev. Pathé gründet ebenfalls die Revue Proektor. Sie wird ein wirtschaftlicher Erfolg und die Firma überträgt Ermoliev ihr Vertriebsnetz. 1917 flieht dieser vor der Bolschewistischen Revolution nach Frankreich, wo ihm Pathé die ehemaligen Pariser Studios von Georges Méliès in Montreuil vermietet.
Diese Kopie von Gosfilmofond wurde im Jahre 1957 von einem Erstsemesterstudenten der Filmfakultät VGIK restauriert.
Die Originalmusik dieses Films wurde von Marc Perrone 2008 komponiert.
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