Libretto: Baden verboten




Dieser sehr kurze Film zählt zu denjenigen aus der Saturn Sammlung, in denen sehr viel Nacktheit zu sehen ist. Saturn Film, die erste österreichische Filmproduktionsgesellschaft, widmet sich von 1906 bis 1907 ausschließlich der Produktion von schlüpfrigen Filmen.
Johann Schwarzer, ihr Gründer, inszeniert die "Wiener Szenen" als Antwort auf die "Scènes grivoises" von Pathé. Der Vertrieb funktioniert anhand eines diskreten kleinformatigen Katalogs (11cm auf 14,5 cm).
In diesem Katalog weist Schwarzer seine Kundschaft freundlich auf das Verbot hin, diese Filme vor Kindern und Frauen zu projizieren. Ab 1907 platziert Schwarzer systematisch einen Stern aus Pappe sichtbar in alle Kulissen seiner Filme. Dieses Piktogramm ist das Markenzeichen der Saturn Produktionen. Es dient nicht nur als Zeichen einer vor Nachahmungen geschützten Marke, sondern steht für echte Qualität.
Schwarzer schreibt im Vorwort seines Katalogs: "Wir machen an dieser Stelle aufmerksam, dass unsere Filme rein künstlerischer Tendenz sind und wir auf das peinlichste vermeiden, der Schönheit durch Geschmacklosigkeit Abbruch zu tun, denn unsere Filme sind erstklassig".
Bestellt wird per Telegramm. Ein Wort genügt, um zu verhindern, dass die Sittenpolizei den Versender und den Käufer in die Enge treibt. Dass es sich um diesen kleinen Film handelt, kann man nur an einem einzigen Wort erkennen: "Verboten".
Man zählt 52 Saturnfilme, von denen die meisten aus der Sammlung von Albert Fidelius aus Berlin stammen. Liebhaber des Genres konnten einige Kopien aus den Klauen der österreichischen Zensur retten. Albert Fidelius, Sohn eines deutschen Filmverleihers, fängt 1933 an, ursprüngliche Filme zu sammeln. Die Sammlung wird 1950 von Gerhard Lamprecht aufgekauft, einem deutschen Regisseur, der einige Jahre später die Stiftung Deutsche Kinemathek gründet.
Die Filme erkennt man an ihrem stets gut sichtbaren Piktogramm wieder, das Markenzeichen der Saturn Produktionen. In den 1990er Jahren werden die Originale auf Nitrat -Trägermaterial (hauptsächlich die Negative) dem Filmarchiv Austria übergeben, wo sie fachgerecht restauriert werden.
Die Sammlung
Tags
- Filme - erotisch
- Filme - Abenteuerfilm
- Cineteca di Bologna
- Filme - Trickfilm
- Filme - 1939 - 1969
- TEST
- allumettes
- marv
- Schweizer Kinemathek
- Filme - Ungarisch
- hollande
- Filme - Komödie
- Filme - Slapstick
- Tati
- Filme - Kroatisch
- Filme - Science Fiction
- online
- Filme - experimental
- handk
- Filme - Tschechisch











