Libretto: Nocturno




Octavijan Miletic (1902-1987) gilt als der allererste Regisseur des kroatischen und jugoslawischen Kinos. Geboren in Zagreb als Sohn eines Philosophen, der ebenfalls als eine Schlüsselfigur des kroatischen Theaters galt, entdeckt er sehr früh seine Leidenschaft fürs Kino. 1926 ersteht er seine erste Amateurkamera und schon sehr früh gewinnen seine Filme Preise in aller Welt. Zudem ist er der erste kroatische Filmemacher, der vom Stumm- zum Sprechfilm übergeht. 1944 dreht er den ersten kroatischen Spielfilm: Lisinski.
Sich ganz dem Experimentalfilm widmend, liebt es Miletic auch, die expressionistischen Werke und Genrefilme zu parodieren, wobei er der Ästhetik immer besondere Aufmerksamkeit schenkt. Das ist bei Nocturno der Fall. Hier experimentiert er mit Bildeffekten basierend auf schnellen Schnittfolgen, hält sich dabei an die Zutaten für einen Krimi, und fügt noch eine Prise Selbstironie hinzu. Seine Arbeit lässt sich in die Kategorie „B-Movie“ oder „erfinderisches Heimkino“ einordnen. Denn schließlich entstehen seine Filme ganz in Eigenregie. Nocturno gehört der Sammlung von Amateurfilmen an, die der Filmemacher dem kroatischen Filmarchiv Anfang der 80er Jahre vermacht hat. Auf 9,5mm (Safety) abgedreht und dann auf 35mm aufgewertet, hat Nocturno 1936 bei der Biennale in Venedig den ersten Preis gewonnen.
Nach dem Krieg arbeitet Octavijan Miletic nur noch als Bild- und Toningenieur. Am Ende seines Lebens unterrichtet er an der Akademie von Zagreb und moderiert Kinosendungen für Television Zagreb.
Die Sammlung
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