Libretto: Mary Wigman Danser
(Mary Wigman Tänzerin)



„Ohne Ekstase kein Tanz!“, so das Credo von Mary Wigman (1886-1973), mit echtem Namen Marie Wiegman. In diesem um 1929 gedrehten Film lässt die deutsche Choreographin ihre modernen Tänze von einem unbekannten Regisseur filmen. Der Hexentanz, erstmalig 1926 aufgeführt. Er ist eine Anspielung auf die klassischen Tänze und stellt diese dabei auf den Kopf. Seine gleichzeitig wilden und tragischen Bewegungen werden vom Rhythmus der Schlaginstrumente getragen. Wigman sucht die Trance, indem sie ihre Inspiration aus den Ritualtänzen der traditionellen Gesellschaften schöpft. Für manche Tänze trägt sie eigens hergestellte Masken.
Ihre Tanzkarriere beginnt 1911 mit rhythmischer Gymnastik bei Emile Jacques-Dalcroze (18865-1960). Davon enttäuscht ist sie auf der Suche nach einer körperlicheren Ausdrucksweise. Also schließt sie sich auf Anraten ihres Freundes dem Maler Emil Nolde, der sie übrigens später beim Tanzen porträtieren wird, dem Choreographen Rudolf von Laban an. 1919 distanziert sie sich von von Laban. Nach jahrelanger harter Arbeit in Einsamkeit in der Schweiz wird sie Choreographin und führt in Berlin ihr erstes Solo auf. Ein Jahr später hat sie sich ein Renommee geschaffen und eröffnet als Vorreiterin in Dresden eine Tanzschule für Ausdruckstanz. Sie hat die Vision Tanz als Ausdruck der Leidenschaft und des Strebens der Menschen darzustellen, was eine solche Welle der Begeisterung auslöst, dass in New York eine Schule eröffnet wird, die auf diesen Prinzipien basiert.
Sie bleibt mit von Laban in Verbindung und arbeitet mit ihm an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Berlin 1936. Vom nationalsozialistischen Regime wenig anerkannt geht sie nach Leipzig. Nach Kriegsende kehrt sie nach West-Berlin zurück, wo sie mit ihrer Tanztruppe arbeitet. Man wird jedoch die 1970er Jahre abwarten müssen, um mit dem Auftauchen des Tanztheaters, einem eng mit der Choreographin Pina Bausch in Verbindung gebrachten Stil, ihr Erbe wiederzuentdecken.










