Libretto: Programme Nadar
(Nadar Programm)




So sehr der Name Nadar ist in der Geschichte der Fotographie Berühmtheit erlangt hat, so selten wird er mit dem Vornamen Paul in Verbindung gebracht. In der Filmgeschichte wird er nicht einmal erwähnt. Diese sechs Sequenzen wurden jedoch ganz bestimmt um 1896 von Paul Nadar (1856 – 1939) gefilmt. Paul Nadar, Sohn von Félix Tournachon, Nadar genannt, ist weniger bekannt als sein Vater, Szenefotograph von Paris, Karikaturist und Flieger.
Paul verfügt jedoch über zahlreiche Talente. Im Alter von 30 Jahren übernimmt er die Leitung der illustren väterlichen Studios. Doch wurden Pauls Fotos lange Zeit Felix zugeordnet. Er ist ebenfalls der erste Fotoreporter, der 1890 während einer Expedition auf der Seidenstraße das revolutionäre Verfahren von Eastman Kodak anwendet. Von seiner Reise bringt er mehr als 200 Aufnahmen heim. Es handelt sich um eine Kunst, die eine fast dokumentarische Herangehensweise voraussetzt, um mit Präzision Gesten, Bewegungen und Blicke festzuhalten. Schließlich ist Paul auch für das Kino tätig, davon zeugen allein seine Filme.
Der Direktor der Cinémathèque Française Henri Langlois (1914-1977) erwirbt diese Filme im Februar 1950 von der Witwe Paul Nadar. Er entwirft zusammen mit der Regisseurin Marie Epstein (1889-1995) einen ersten einzigartigen Schnitt. Gemeinsam schaffen sie ein ähnliches Werk zu Ehren der Gebrüder Lumière und des Malers Henri Matisse. 1970 wird anhand eines Nitratelementes eine Kopie gezogen.












