Libretto: Le Moulin maudit
(Der verwünschte Mühle)



Zunächst Pressefotograph für die Zeitung L'Illustration wird Alfred Machin (1877-1929) im Jahre 1907 von der Firma Pathé rekrutiert. Pathé schickt ihn zunächst nach Afrika, von wo er Kurzfilme über Tiere und Abenteuer mit zurückbringt und bestellt ihn dann in die Niederlanden, um Dokumentarfilme über das holländische Leben zu drehen. Er dreht auch einige Filme in Belgien, namentlich Le moulin maudit, einen Film, auf dessen Genre er sich spezialisiert: den dramatischen Einakter. Er umgibt sich mit Tänzern aus Corps de Ballet von verschiedenen belgischen Opern- und Theaterhäusern und filmt diese in Szene gesetzten Geschichten in Pathécolor.
Die Windmühle wird schließlich für Machin zum immer wiederkehrenden und zwanghaften Motiv. In seiner Monographie von Alfred Machin definiert Eric De Kuyper sie als "den Ort der Besessenheit, des Wahnsinns, des hemmungslosen Triebes". In Le moulin maudit wird sie zum Folter- und Mordinstrument. Während des Drehs, macht Machin das traditionelle und vertraute Bild eines friedlichen Dorfes auf dem Lande zum Ort des Verbrechens und des Wahnsinns.
Machins Name findet man in Zusammenhang mit großen historischen Momenten wieder. 1910 ist er einer der Pioniere für Luftaufnahmen: Während des Ersten Weltkrieges dreht er Aufnahmen der Schlacht um Verdun und kurz vorher im Jahre 1913 dreht er Maudite soit la Guerre, ein visionäres Drama, das den Weltkonflikt ankündigt.
1912 übernimmt er als künstlerischer Leiter eine der Tochterfirmen von Pathé, die Belge Cinéma Film. Später spezialisiert er sich in der "tierischen Komödie".
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