Libretto: Voyage to Recovery
(Unterwegs zur Genesung)




In den 1930er und 1940er Jahren erkannten zahlreiche Regierungen, dass bewegte Bilder eine mächtige Waffe waren, die sie einsetzen konnten, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Vor diesem Hintergrund entstanden zahlreiche Filme, in denen gesellschaftliche und politische Probleme zur Sprache kamen. So finanzierte beispielsweise auch die irische Regierung in den Jahren 1940 bis 1950 eine Reihe von öffentlichen Aufklärungsfilmen, in denen Themen wie die Elektrifizierung ländlicher Gebiete, Hygienebewusstsein, Vermeidung häuslicher Unfälle, Sicherheit im Straßenverkehr und die Behandlung von Tuberkulose aufgegriffen wurden.
Noch Mitte des 20. Jahrhunderts starben jedes Jahr Tausende von Menschen an Tuberkulose. Mithilfe von Lehrfilmen wollte die irische Regierung die Vorurteile gegenüber der Krankheit als falsch entlarven und die Öffentlichkeit auf den Bau moderner Sanatorien und die Vorsorge- und Aufklärungskampagne des Gesundheitsministers Dr. Noel Browne aufmerksam machen. Die nationale Rundfunkanstalt Irlands, RTÉ, wurde erst 1960 gegründet; daher wurden die von der Regierung produzierten Kurzfilme in Kinos vor dem Hauptfilm gezeigt und erreichten auf diese Weise ein großes Publikum.
Ein Beispiel für eine solche, von der Regierung finanzierte Produktion ist Voyage To Recovery („Unterwegs zur Genesung”), ein 1953 im Auftrag des National Film Institute von Gerard Healy gedrehter Kurzfilm. Ziel des Films war es, Licht in das Dunkel zu bringen, das TB und die Behandlung dieser Krankheit noch immer umgab, und gegen das soziale Stigma, das mit der Krankheit einherging, anzukämpfen. Hauptdarsteller Brian, ein liebevoller Familienvater und Ehemann aus der Mittelschicht, ist ein sympathischer Charakter, mit dem die Zuschauer sich identifizieren können. Indem er sich nicht für seine Krankheit schämt, entkräftet er indirekt die Vorurteile, die damals noch bezüglich dieser Krankheit in der Öffentlichkeit kursierten. Auf subtile Weise suggeriert der Film den Zuschauern zudem, dass die Regierung das Problem der Tuberkulose auf effektive Weise bekämpft. Zahlreiche filmische Mittel kommen zum Einsatz, um einer Krankheit, die für viele immer noch als beschämend galt, ihren Schrecken zu nehmen. Bilder von Röntgenaufnahmen in modernen Labors, Luftaufnahmen eines neu erbauten Krankenhauses sowie ermutigende Statistiken, die den erfolgreichen Kampf gegen TB dokumentieren, legen dem Zuschauer nahe, dass diese tödliche Krankheit mit modernsten wissenschaftlichen Methoden besiegt werden kann. Auch Humor wird als Mittel eingesetzt, um die Krankheit ein Stück weit zu enttabuisieren; aus demselben Grund spielen bekannte irische Charakterdarsteller in dem Film mit, um den Zuschauern so ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
Sowohl die Präventionsmaßnahmen als auch die modernen Sanatorien trugen dazu bei, die Krankheit zu bekämpfen. Seit den 1960er Jahren ist TB daher in der irischen Gesellschaft nahezu ausgerottet.
Abspann Produktion:
Drehbuchautor: Gerard Healy
Director of Photography, Editor (Film/Band): George Fleischmann
Sound Supervisor: Movietonews
Technical Advisers (Inhalt): Dublin Corporation Tuberculosis Service, Dept. of Health, Ballyowen Sanitorium, St. Mary's Chest Hospital, Dublin, Western Regional Sanitorium, Galway
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