Libretto: Hollandse tulpen en klompen
(Holländische Tulpen und Klumpen)




Wenn man sich an den Angaben der Zwischentitel orientiert, wurde Hollandse Tulpen en Klompen wahrscheinlich für ein holländisches Publikum gedreht. Es könnte auch sein, dass die Firma Kinematograaf Pathé Frères diesen Film gedreht hat. Tatsächlich eröffnet Pathé seine erste holländische Filiale im Dezember 1905. Dort verkauft die Firma nicht nur ihr Projektionsmaterial, sondern auch eigene Filme. Jahre lang war Pathé die einzige ausländische Filiale auf holländischem Boden. Zudem öffnet das erste Pathé Kino im Juli 1911 in Amsterdam seine Türen. Mit dem Bau des Saals ist Evert Breman betraut, der auch der Architekt des Cinéma Palace von Jean Desmet im darauf folgenden Jahr ist.
Der Grund warum Hollandse Tulpen en Klompen Pathé zugeschrieben wird, liegt an der Technik, die für die Kolorierung dieses Films angewendet wurde. Zu jener Zeit wurden zahlreiche Pathé Produktionen, ob Spiel- oder Dokumentarfilm, mit einem Stift oder einer Schablone koloriert. Eine unter dem Namen Pathé Coloris bekannte Technik, die zum internationalen Ruf der Firma beigetragen hat. 1920 war Pathé ganz und gar die einzige Firma diese Methode in den Niederlande anzuwenden.
Hollandse Tulpen en Klompen gehört einem Genre an, das sich im Ausland großer Beliebtheit erfreute. Diese Produktionen, in denen häufig Landwirte, Angler oder einfache Zaungäste in traditionellen Trachten in Szene gesetzt werden, ermöglichen es die niederländischen Bräuche und Traditionen zu vermitteln. Das Augenmerk wird oft auf die Landbevölkerung gelenkt, um einen Kontrast zwischen diesen ländlichen Regionen und der wachsenden Industrialisierung im Rest der Welt herauszustellen.
Die Städte Volendam und Marken, im Norden Hollands, dienten oft als Schauplatz dieser gefilmten Produktionen und wurden Ende des 19. Jahrhunderts sowohl zu touristischen Zielen als auch zu Refugien für die ortsansässigen Künstler. Insbesondere ist es Emile Lauste zu verdanken, dass diese Regionen als Leinwand für zahlreiche Dokumentarfilme Anfang des 20. Jahrhunderts dienten. Tatsächlich entdeckt 1899 Lauste erstmals die Insel Marken, die er auf einer Filmrolle im Auftrag der holländischen Filiale der Mutoscope Company für die Ewigkeit festhält. Sein Film erinnert im Übrigen deutlich an den zweiten Teil von Hollandse Tulpen en Klompen, der jedoch erst zwanzig Jahre später gedreht wurde.
Die Originalmusik dieses Films wurde von Martin de Ruiter 2009 komponiert.
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