Der Film
Was ist ein Film für bewegte Bilder?
Ein biegsamer Träger, der mit einer lichtempfindlichen fotografischen Emulsion, der sogenannten„Gelatine“, beschichtet ist. Er ist das Ergebnis einer langen Geschichte von Entdeckungen und Experimenten die Mitte des XIX. Jahrhunderts begann - fast ein halbes Jahrhundert vor seiner Anwendung durch Thomas A. Edison für seinen Kinetoscope, dem Vorfahren des Kinos.
I - Die Anfänge des Films: die in Frankreich sogenannten „film flamme“ aus Zellulosennitrat
Vom „Guncotton“ zum Zelluloid
Im Jahr 1846, entwickelt der schweizer Forscher namens Christian Friedrich Schönbein das Produkt auf Baumwollbasis, welches später zur Herstellung der Filme dienen wird: Zellulosenitrat. Es erhält, nicht ohne Ironie, den Namen „guncotton“ („Schießbaumwolle“), denn es handelt sich hierbei um einen gewaltigen Sprengstoff! Die dickflüssige und farblose Mischung aus Salpetersäure und Zellulosefasern besitzt die großartige Fähigkeit, sich zu einem transparenten, strapazierfähigen und biegsamen Film verarbeiten zu lassen, wenn man sie in dünnen Schichten verstreicht und trocknen läßt.
Im Jahr 1846, entwickelt der schweizer Forscher namens Christian Friedrich Schönbein das Produkt auf Baumwollbasis, welches später zur Herstellung der Filme dienen wird: Zellulosenitrat. Es erhält, nicht ohne Ironie, den Namen „guncotton“ („Schießbaumwolle“), denn es handelt sich hierbei um einen gewaltigen Sprengstoff! Die dickflüssige und farblose Mischung aus Salpetersäure und Zellulosefasern besitzt die großartige Fähigkeit, sich zu einem transparenten, strapazierfähigen und biegsamen Film verarbeiten zu lassen, wenn man sie in dünnen Schichten verstreicht und trocknen läßt.
![]() |
Gegenstände aus Zelluloid Das Anwendungsgebiet von Kollodium beschränkt sich nicht nur auf die Fotografie: ab 1870 erfährt eine weiterentwickelte Form des Kollodiums, das Zelluloid, dank der Brüder Hyatt einen bemerkenswerten Einsatz in der Industrie. Es wird für die Herstellung zahlreicher Gegenstände benutzt: Spielzeug, Haarbürsten, Zahnersatz, Schallplatten, Zylinder für Phonographen usw... |
Sehr bald verwendet der amerikanischer Fotograph, James A. Cutting, dieses neue Material als Schichtträger für die fotographische Emulsion. Damit entwickelt er ein neues und leistungsstarkes fotographisches Verfahren, welches eine beträchtliche Verkürzung der Belichtungszeit ermöglicht: nasses Kollodium. Dieses Verfahren nutzt Eadweard Muybridge, ebenfalls ein amerikanischer Fotograf, um 1870 die ersten Reihenbilder, fotografische Momentaufnahmen (Pferd im Galopp), zu verwirklichen. Er findet sogar eine Möglichkeit seine Bilder lebendig werden zu lassen: mit dem Zoopraxiscope im Jahre 1879, ein Vorreiter des Kinos.
![]() Tiere in Bewegung, Eadweard Muybridge, 1878-1879
|
Der Kodakfilm
Georges Eastman, der Gründer der „Eastman Kodak Company“, ist der erste, der Zelluloid serienmäßig herstellt und somit auch später den Film für bewegte Bilder erfindet.
Ab 1884 meldet er zahlreiche Patente an und stellt im Jahre 1889 das erste Verfahren für eine Filmrolle vor: eine dickflüssige Masse aus Zelluloid wird auf zwei große Glasplatten verstrichen. Dann wird sie mit einer Schicht aus fotografischer Emulsion bedeckt. Nach dem Trocknen, wird dieser Zelluloidfilm in lange Streifen geschnitten, aufgerollt und für die tragbaren Fotoapparate von Kodak verwendet.
Die Filmrolle ist geboren. Das ist der Beginn des großen Abenteuers Film, dem in Frankreich sogenannten „filme flamme“. Aus Zellulosennitrat hergestellt ist er nämlich leicht entflammbar.
Georges Eastman, der Gründer der „Eastman Kodak Company“, ist der erste, der Zelluloid serienmäßig herstellt und somit auch später den Film für bewegte Bilder erfindet.
Ab 1884 meldet er zahlreiche Patente an und stellt im Jahre 1889 das erste Verfahren für eine Filmrolle vor: eine dickflüssige Masse aus Zelluloid wird auf zwei große Glasplatten verstrichen. Dann wird sie mit einer Schicht aus fotografischer Emulsion bedeckt. Nach dem Trocknen, wird dieser Zelluloidfilm in lange Streifen geschnitten, aufgerollt und für die tragbaren Fotoapparate von Kodak verwendet.
Die Filmrolle ist geboren. Das ist der Beginn des großen Abenteuers Film, dem in Frankreich sogenannten „filme flamme“. Aus Zellulosennitrat hergestellt ist er nämlich leicht entflammbar.
Der erste 35mm Film mit Perforierung
Gleichzeitig wird William L. Dickson, zu jener Zeit Ingenieur für den Industriellen Thomas A. Edison, beauftragt ein Gerät zu entwickeln, das in der Lage ist bewegte Bilder zu erzeugen: das Kinematoscop.
![]() Edison-Kinetoskop, 1893
Um den Antrieb des Films zu stabilisieren und bei der Projektion solidere Bilder zu erhalten, entwickelt er das System des seitlich perforierten Films. Er ist auch derjenige, der das erste Standardformat festlegt: das heute noch angewendete 35mm Format. Dieses Format ermöglicht ihm eine gute Bildqualität zu erzeugen, und gleichzeitig durch geringeren Materialverbrauch gegenüber den breiteren Filmformaten die Herstellungskosten zu drosseln. |
Die Entwicklung des Films als Industrieprodukt
In den Vereinigten Staaten wird das Unternehmen Kodak mit Sitz im Staat New York rasch zum ersten großen industriellen Hersteller von Negativ- und Positivfilmen. Ein zweites großes amerikanisches Unternehmen entsteht: die „Blair Camera Company“. 1900 wird es jedoch von Kodak aufgekauft.
In den Vereinigten Staaten wird das Unternehmen Kodak mit Sitz im Staat New York rasch zum ersten großen industriellen Hersteller von Negativ- und Positivfilmen. Ein zweites großes amerikanisches Unternehmen entsteht: die „Blair Camera Company“. 1900 wird es jedoch von Kodak aufgekauft.
In Europa läßt sich 1893 eine Tochterfirma der „Blair Camera Company“ in England nieder. Bei ihr beziehen die Brüder Auguste und Louis Lumière das Material für ihre ersten Drehversuche mit dem Kinematographen. Später gründen sie in Lyon ihre eigene Fabrik zur Filmherstellung und arbeiten mit Victor Planchon zusammen, der den Zelluloidfilm liefert.
![]() |
Der Kinematograph der Brüder Lumière Das Projektionsverfahren des Kinematographen beruht auf einem perforierten Film, der Bild für Bild an einer Blende vorbeizieht. Bei jedem neuen Bild, öffnet sich die Blende, das Licht scheint durch den Film und projiziert somit das Bild auf die Leinwand. Aufgrund der schnellen Abfolge dieser stehenden Bilder und der Trägheit des Auges bekommt der Zuschauer den Eindruck ein bewegtes Schauspiel auf der Leinwand zu sehen. |
II - Der „Safety Film“, der Sicherheitsfilm
Schon bald stellen sich die ersten Filme aus Zellulosennitrat als gefährlich heraus, denn sie sind äußerst leicht entflammbar (daher ihr Spitzname „film flamme“) und die Erfinder suchen für die Filmherstellung nach neuen Trägermaterialien.
So kommt es schon 1909 zur Erfindung des sogenannten „Safety“ Films oder auch „Sicherheitsfilms“ (aus Zellulosediacetat).Doch kommt er in der kinematographischen Industrie erst recht spät zum Einsatz, da er kostspieliger ist. So wird in den USA und Europa bis 1955, und in der USSR bis 1960 mit Filmen aus Nitratzellulose gedreht und auch projiziert.
Der Sicherheitsfilm findet zunächst in den Formaten Verwendung, die den Nicht-Profis und Amateuren vorbehalten sind, beispielsweise mit dem 28mm Film von Pathé oder dem 22mm des Home Kinetoscopes von Edison im Jahre 1912.
![]() |
Das Pathéscope für die Schulen Um den Markt der öffentlichen Schulen und religiösen Institutionen erobern und dort Filme ohne Brandrisiko projizieren zu können, fasst die französische Firma Pathé Frères den Entschluss, die ersten Sicherheitsfilme aus Acetatzellulose herzustellen. Sie nutzt diese Gelegenheit zur Konfektionierung eines kleineren Formats: 28mm (statt der 35mm), mit dem Projektionen anhand eines tragbaren Projektor ermöglicht werden! |
|
Mit der Zeit wurden nach und nach verschiedene Typen von Sicherheitsfilmen hergestellt: der Diacetat Film wurde 1957 durch Triacetat und schließlich durch PET-Polyester (aus Erdöl erzeugtes Plastik) in den 1980er Jahren verdrängt. Heutzutage wird PET-Polyester für alle Kinofilmkopien genutzt. |
|
||||||||||||
Die Sammlung
Tags
- Brittisches Filminstitut
- Filme - Französisch
- Johann SCHWARZER
- PRINSEN
- Max Lindner
- allumettes
- british
- Filme - Amerikanisch
- Die Kinemathek von Toulouse
- Filme - Dokumentarfilm
- Filmarchiv der Friuli
- Filme - 1970 bis heute
- Filme - verschiedenes
- cadet
- Filme - Slapstick
- Filme - Dänisch
- Filme - Tanz
- Filme - vertonter Stummfilm
- Filme - Mazedonisch
- posl















